Geringes Selbstvertrauen bedeutet nicht, dass Ihnen Fähigkeiten fehlen.

Oft sind Sie kompetent, verantwortungsvoll und werden von anderen geschätzt.
Und dennoch kehren innerlich immer wieder Zweifel zurück.

  • Sie gehen Ihre Fehler immer wieder durch.
  • Sie spielen Ihre Erfolge herunter.
  • Sie vergleichen sich mit anderen.
  • Sie haben das Gefühl, nie genug zu leisten.

Eine Situation entsteht, in der Sie bewertet werden.
Ein äußerer Blick.
Etwas steht auf dem Spiel.

Ein Gedanke taucht auf:

  • Das ist nicht gut genug.
  • Du hättest es besser machen müssen.
  • Die anderen werden deine Schwächen sehen.

Der Körper spannt sich an.
Die Wachsamkeit steigt.
Sie erhöhen noch einmal Ihren Einsatz.

Kurzfristig kann das die Leistung steigern.
Langfristig führt es jedoch zu Erschöpfung.


Je nach Lebensgeschichte kann er zusammenhängen mit:

  • frühen Schemata von hohen Anforderungen oder Abwertung
  • einem starken Bedürfnis nach Anerkennung
  • der Angst vor Fehlern oder Zurückweisung
  • Erfahrungen, in denen Anerkennung von Leistung abhängig war

Aus Sicht von IFS (Internal Family Systems) gibt es oft einen kritischen inneren Anteil.
Einen Anteil, der überwacht, korrigiert und antreibt.

Dieser Anteil will Ihnen nicht schaden.
Er versucht, Scham, Versagen oder Ausgrenzung zu vermeiden.

Doch indem er ständig Druck aufrechterhält, verhindert er innere Stabilität.

Diese Dynamik zu verstehen hilft, aus dem inneren Kampf auszusteigen.


Die Begleitung verbindet mehrere Ansätze:

  • Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): selbstkritische Gedanken erkennen und ihre Gültigkeit überprüfen
  • Körperregulation: die körperliche Anspannung in Bewertungssituationen reduzieren
  • Achtsamkeit: lernen, die kritische Stimme wahrzunehmen, ohne sich mit ihr zu identifizieren
  • IFS (Internal Family Systems): den fordernden Anteil erkennen, verstehen, was er schützt, und ihm helfen, eine weniger rigide Rolle einzunehmen
  • Schematherapie: tieferliegende Überzeugungen über den eigenen Wert bearbeiten
  • Kreative Methoden, wenn sie passend sind, um innere Dialoge sichtbar zu machen und die Beziehung zu sich selbst zu verändern

Es geht nicht darum, jeden Anspruch aufzugeben.
Es geht darum, einen Anspruch zu entwickeln, der unterstützt statt belastet.


Oft bringen bereits die ersten Sitzungen Erleichterung:
Das Benennen der inneren Dynamik reduziert Verwirrung.

Mit der Zeit können Sie:

  • die Intensität der kritischen Stimme verringern
  • ein stabileres Gefühl von Selbstwert entwickeln
  • Fehler tolerieren, ohne innerlich zusammenzubrechen
  • mit mehr innerer Sicherheit handeln

Das Ziel ist, ein tieferes Selbstvertrauen zu entwickeln, das nicht ausschließlich von Leistung abhängt.